Infektiologie & Hygiene
Malaria: Diagnose
Malaria
Sumpffieber, Wechselfieber
Definition
Protozoen-Infektion der Erythrozyten, durch die Anopheles-Stechmücke übertragen.
Ätiologie
Plasmodium falciparum: schwere Erkrankung mit höchster Mortalität, oft hohe Resistenzen, kein Relaps (kein Hypnozoitenstadium), P. vivax und P. ovale: akute Infektion und Relaps nach 6 bis 11 Monaten, P. malariae: kann im Blut jahrzehntelang persistieren, Relaps nur in Sonderfällen (z. B. Trauma, Operationen).
Übertragung
Stich der weiblichen Anopheles-Mücke, Sporozoiten reifen im RES, Teilung in Merozoiten und Befall der Erythrozyten, bei Zerfall: Fieberattacke, Hypnozoiten: Ruhestadien v. a. in der Leber.
Inkubationszeit
- P. falciparum: 7-15 Tage
- P. vivax und P. ovale: 14 Tage
- P. malariae: 35–37 Tage
Epidemiologie
Inzidenz
tropische Gebiete mit hoher Mückendichte, 2 Mio. Todesfälle jährlich, 200 Mio. Infizierte jährlich, besonders gefährdet sind Bewohner gemäßigter Zonen, die in Endemiegebiete reisen.
Risikofaktoren
Junges Lebensalter, Immundefekte, Schwangerschaft, St.p. Splenektomie
Klinik
Fieber mit unterschiedlichen Charakteristika:
P. vivax und P. ovale
alle 48 Stunden (Malaria tertiana)
P. malariae
alle 72 Stunden (Malaria quartana)
P. falciparum
kontinuierliches Fieber mit unregelmäßigen Spikes. Fieber ist von Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Tachykardie begleitet, nach 2 bis 6 Stunden: Schweißausbruch und Abfiebern. Bei schlechter Immunlage (oder bei Kindern): Meningismus, epileptische Anfälle oder Koma möglich, Atemnot kann Lungenödem anzeigen.
Diagnose
Peripherer Blutausstrich (dicker Topfen)
unabhängig von Fieberschüben möglich, Parasiten jederzeit nachweisbar, ELISA für P. falciparum-Antigen
Malaria tropica
massive Parasitämie, doppelkernige Ringe und Mehrfachbefall von Erythrozyten, bananenförmige Gametozyten im Ausstrich. Anämie mit Hämolyse, Thrombocytopenie, renale Insuffizienz.
Differentialdiagnose
Typhus, Rheumatisches Fieber
Letztes Update:5 März, 2009 - 09:49








